Kreatives Schreiben in der Familie

Kreatives_Schreiben

Kürzlich kam meine Bonustochter (12 Jahre alt) zum Wochenende zu uns und brachte eine brillante Idee mit: Jeder zeichnet aus freier Fantasie ein Bild und reicht die Zeichnung dem Anderen weiter. Dieser hat die Aufgabe, eine passende Geschichte dazu niederzuschreiben. Ich war zwar kein aktiver Part, aber Vater und Tochter haben ihre Kreativität walten lassen und mich im Anschluss mit wundervollen Zeichnungen und schönen Kurzgeschichten überrascht. Eine wunderschöne Art, wie wir Erwachsene wieder einmal in die Welt der Fantasie und Kreativität eintauchen können. Die Geschichte von Morgentau, Saturnia und die Legende Delphin-Meerjungfrau folgt weiter unten als leserlicher Text.

Nun ist es im Erwachsenenleben ja nicht so, dass wir immer Fantasiegeschichten erfinden dürfen (naja, wobei in gewissen Branchen … ). Ein leeres weisses Blatt Papier oder eine leere Bildschirmseite scheinen unseren Kopf auszuschalten. Ich werde oft gefragt, wie ich beim Texten vorgehe. Eine Frage, die nicht ganz so einfach zu beantworten ist. Ich beginne damit, niederzuschreiben, was mir zum Thema gerade in den Sinn kommt. Recherche zur Inspiration, umschreiben, verschieben bis der Text ENTSTANDEN ist. Dabei merkt man erst, ob die Gedankengänge griffig und korrekt sind oder ob man sich in eine gedankliche Sackgasse manövriert hat. Ein Prozess, der ohne das Schreiben nie in dieser Tiefe ausgelöst würde. Es gibt Tage, da sprudelt es. Und dann gibt es Tage, an denen ich zu Hilfsmitteln greife, um mich in den kreativen Modus zu bringen. Ein Beispiel:

Mit Akronymen spielen
WWF steht für World Wildlife Fund. WWF ist also ein Akronym.
Als solches können wir jeden Namen, bzw. jedes Wort nehmen, bspw. meinen Vornamen KATIA. Erlaubt ist dabei alles, was frei macht:
K atze
A rgumentiert
T iger
I ns
A us

oder ich schreibe einen Text für eine Gärtnerei:
B runo
L acht
U eber
M einen
E nzian

Einfache Texttipps zum Starten
Beginnen kann der kreative Akt mit der Notiz von einigen Stichwörter. Sie geben dem Text bereits eine erste Struktur und den groben roten Faden. Schreiben Sie weitere Stichwörter dazu, lassen Sie Sätze daraus entstehen. Ein Tipp: Löschen Sie vorgängig Geschriebenes nicht – wer weiss, ob es zu einem späteren Zeitpunkt doch noch in den Text passt! Eine gute Variante, den Lesefluss zu überprüfen, ist, den Text laut zu lesen. An den Stellen, wo Sie beim lauten Lesen ins Stocken geraten, stolpert auch der stille Leser. Korrigieren Sie, bis sich der Text laut und flüssig lesen lässt.

 

Morgentau, Saturnia & die Legende der Delphin-Meerjungfrau
Morgentau, die Elfe des Morgengrauens, war stets eifrig und voller Tatendrang, wenn es darum ging, der Natur behilflich zu sein. Der Pusteblume half sie besonders gern, da sie mit den Samenschirmen um die Wette fliegen konnte.

Saturnia freute sich darüber, denn sie fühlte sich mit der Natur eng verbunden und liebte es, Morgentau beim Lachen und Spielen zu beobachten.

Die Delphin-Meerjungfrau war die Schwester der Meere von Morgentau und ihre enge Verbündete, wenn auch lediglich in den Riffen und Meeren dieser Welt.

Sie alle liebten ihr Leben und einander.

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