Wie kommunizieren Sie seit Covid19?

Eine neue Denkweise der Kommunikation ist überfällig.

Wir kommunizieren bekanntlich immer. Ob mit oder ohne Worte.

Mani Matters “Sidi Abdel Assar vo el Hama” verliebte sich einst in «zwei schöne Augen». Eine Situation, die uns seit Covid19 um einiges nähergekommen ist: Verbirgt sich doch jetzt oft ein schönes Lächeln hinter einer Schutzmaske, welche auch gesprochene Worte zu einem vernuschlten, unvstlchm Gfsel werden lassen. Wir dürfen (wieder) lernen, auf andere Signale zu achten.

Stiller Zuhörer

 

Die neue Situation durch Covid19 erfordert in puncto Kommunikation erst recht neue Wege, mehr Klarheit und Bewusstsein in der zwischenmenschlichen Kommunikation. Instant Messengers bergen viel Potenzial für Missverständnisse. Die Worte wollen sorgfältig gewählt sein und es benötigt Reflexion, wie das Geschriebene wohl als Leser verstanden werden kann, bzw. ob alle benötigten Informationen transportiert werden.

Videokonferenztool wie Zoom oder Teams haben durch Covid zusätzlichen Aufschwung erhalten. Ob für Teammeetings, Kundenbesprechungen oder den Kontakt zu den Enkelkindern, Gotti und Götti (Schwizerdütsch für Patentante und Patenonkel), ermöglichen diese Werkzeuge nebst dem Hören der Stimme auch das Sehen des Gegenübers. Dies sind Schlüsselfaktoren für eine bewusste und sinnbringende Kommunikation.

 

Worte : Körpersprache : Hören

Spannend ist, dass wir durch gesprochene Worte gerade mal 7 Prozent der Botschaft unseres Gesprächspartners wahrnehmen. Unbewusst übermitteln uns zu 55 Prozent Gestik und Mimik sowie zu 38 Prozent der Tonfall, Sprechrhythmus und -tempo sowie Betonung den Grossteil der Botschaft.

 

Wieso wir nicht (mehr) zuhören

Wir haben das Zuhören verlernt. Wieso ist das so?

Es ist eine Kulturfrage. In westlichen Ländern dauert eine Unterhaltung doppelt so lang wie in fernöstlichen. Wir erachten Zuhören als Zeitverschwendung und Besprechungen werden zur Bühne für wahre Hühner- und Hahnenkämpfe. Wer den anderen an die Wand geredet hat, hält die Macht und die Kontrolle. Wir wollen schnell gewinnen und machen dies möglichst laut. Mittel- und langfristig gehört jedoch den Stillen und Klaren der Respekt und somit der Gewinn.

Daraus resultiert auch die Unsitte, unseren Gesprächspartnern ins Wort zu fallen. Wir regen uns auf, weil Besprechungen so langatmig sind. Dabei lassen wir uns selbst viel Zeit beim Reden und sind schlechte Zuhörer. Denn während sich unsere Gegenüber in seinen Ausführungen Zeit lässt, kochen wir innerlich und kreieren gedanklich bereits unsere niederringende Antwort.

Reden – Zuhören – Beobachten; so die Reihenfolge unserer Sprech-/Zuhör-Kultur im Westen. In Fernost ist die Reihenfolge genau umgekehrt: Beobachten, Zuhören, Reden.

 

Schalten Sie in den «Kinomodus»

Was geschieht, wenn wir uns einen Film anschauen?

Wir horchen und schauen gebannt, wir versetzen uns in die Interpreten und fühlen mit ihnen mit, wir nehmen die gesamte Körpersprache wahr. Sprechtempo, Betonung usw. bereiten uns auf eine wichtige Aussage oder Aktion der Darsteller vor. Wir selbst sind ganz still.

Diesen Zustand bezeichnet Rebecca Shafir, Autorin des Buches «Zen in der Kunst des Zuhörens» als «Kinomodus». Wir müssen also still werden und uns unserem Gegenüber und seiner Botschaft öffnen. Befreit vom Wunsch, das Gespräch an uns zu reissen und mit voller Aufmerksamkeit unserem Gesprächspartner zu horchen, werden wir zu einem guten und ernstgenommenen Zuhörer.

 

Der Redestab

Der Redestab war in der indianischen Kultur ein physischer, gar zeremonieller Gegenstand, der für eine gesunde Gesprächskultur eingesetzt wurde. Wer den Stab hielt, hatte das Wort und die volle Aufmerksamkeit der Anwesenden. In der heutigen Zeit lässt sich der Redestab vielleicht mit einem Mikrofon vergleichen: Denn wer fällt dem Redner auf der Bühne schon unaufgefordert ins Wort?

 

Stiller Zuhörer / klarer Redner

Aus dieser deutlich ruhigeren Art des Zuhörens, entwächst auch ein bewussteres Reden unsererseits. Unsere Antworten sind nicht mehr mit leeren Worten gefüllt, wir versuchen nicht zwanghaft, das Gespräch an uns zu reissen und über eine lange Redensdauer möglichst viel Sichtbarkeit zu erhalten. Wir übermitteln stattdessen klar und deutlich unsere Ideen, Anregungen, Meinung, Wünsche.

 

Überraschungseffekt

Wer still zuhört, seinem Gegenüber Raum lässt, sich ungestört zu äussern und im Anschluss mit klaren, bewussten Worten reagiert, wird seine Gesprächspartner durch dieses Verhalten überraschen und beeindrucken. Ein aufmerksamer Zuhörer und bewusster Redner zu sein, zeigt Grösse und Selbstvertrauen. Ein Kampf um das Wort, die Macht oder Kontrolle erübrigt sich von selbst.

 

Hilfreiche Tipps, wie Sie zu einem achtsamen Zuhörer werden:

  • Halten Sie vor dem Betreten eines Besprechungszimmers kurz inne und nehmen Sie sich vor, Ihren Gesprächspartnern ruhig und aufmerksam zuzuhören.
  • Öffnen Sie sich für das Thema und die Meinungen der anderen. Auch dann oder erst recht, wenn Ihnen das Thema sehr am Herzen liegt.
  • Stellen Sie sich vor, Ihr Gesprächspartner hält den «Sprechstab» in den Händen. Solange er ihn hat, hören Sie ihm ohne Unterbruch zu.
  • Hören und schauen Sie aufmerksam zu. Nebst den Worten sind Körpersprache und Tonalität, wichtige Hinweise zum Empfangen der Botschaft.
  • Zeigen Sie Grösse, indem Sie aufmerksam zuhören und Ihren Gesprächspartner ausreden lassen. Er wird überrascht sein über Ihr Verhalten!

 

 

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Kreatives Schreiben in der Familie

Kreatives_Schreiben

Kürzlich kam meine Bonustochter (12 Jahre alt) zum Wochenende zu uns und brachte eine brillante Idee mit: Jeder zeichnet aus freier Fantasie ein Bild und reicht die Zeichnung dem Anderen weiter. Dieser hat die Aufgabe, eine passende Geschichte dazu niederzuschreiben. Ich war zwar kein aktiver Part, aber Vater und Tochter haben ihre Kreativität walten lassen und mich im Anschluss mit wundervollen Zeichnungen und schönen Kurzgeschichten überrascht. Eine wunderschöne Art, wie wir Erwachsene wieder einmal in die Welt der Fantasie und Kreativität eintauchen können. Die Geschichte von Morgentau, Saturnia und die Legende Delphin-Meerjungfrau folgt weiter unten als leserlicher Text.

Nun ist es im Erwachsenenleben ja nicht so, dass wir immer Fantasiegeschichten erfinden dürfen (naja, wobei in gewissen Branchen … ). Ein leeres weisses Blatt Papier oder eine leere Bildschirmseite scheinen unseren Kopf auszuschalten. Ich werde oft gefragt, wie ich beim Texten vorgehe. Eine Frage, die nicht ganz so einfach zu beantworten ist. Ich beginne damit, niederzuschreiben, was mir zum Thema gerade in den Sinn kommt. Recherche zur Inspiration, umschreiben, verschieben bis der Text ENTSTANDEN ist. Dabei merkt man erst, ob die Gedankengänge griffig und korrekt sind oder ob man sich in eine gedankliche Sackgasse manövriert hat. Ein Prozess, der ohne das Schreiben nie in dieser Tiefe ausgelöst würde. Es gibt Tage, da sprudelt es. Und dann gibt es Tage, an denen ich zu Hilfsmitteln greife, um mich in den kreativen Modus zu bringen. Ein Beispiel:

Mit Akronymen spielen
WWF steht für World Wildlife Fund. WWF ist also ein Akronym.
Als solches können wir jeden Namen, bzw. jedes Wort nehmen, bspw. meinen Vornamen KATIA. Erlaubt ist dabei alles, was frei macht:
K atze
A rgumentiert
T iger
I ns
A us

oder ich schreibe einen Text für eine Gärtnerei:
B runo
L acht
U eber
M einen
E nzian

Einfache Texttipps zum Starten
Beginnen kann der kreative Akt mit der Notiz von einigen Stichwörter. Sie geben dem Text bereits eine erste Struktur und den groben roten Faden. Schreiben Sie weitere Stichwörter dazu, lassen Sie Sätze daraus entstehen. Ein Tipp: Löschen Sie vorgängig Geschriebenes nicht – wer weiss, ob es zu einem späteren Zeitpunkt doch noch in den Text passt! Eine gute Variante, den Lesefluss zu überprüfen, ist, den Text laut zu lesen. An den Stellen, wo Sie beim lauten Lesen ins Stocken geraten, stolpert auch der stille Leser. Korrigieren Sie, bis sich der Text laut und flüssig lesen lässt.

 

Morgentau, Saturnia & die Legende der Delphin-Meerjungfrau
Morgentau, die Elfe des Morgengrauens, war stets eifrig und voller Tatendrang, wenn es darum ging, der Natur behilflich zu sein. Der Pusteblume half sie besonders gern, da sie mit den Samenschirmen um die Wette fliegen konnte.

Saturnia freute sich darüber, denn sie fühlte sich mit der Natur eng verbunden und liebte es, Morgentau beim Lachen und Spielen zu beobachten.

Die Delphin-Meerjungfrau war die Schwester der Meere von Morgentau und ihre enge Verbündete, wenn auch lediglich in den Riffen und Meeren dieser Welt.

Sie alle liebten ihr Leben und einander.

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